ETF Gold : Gold zieht magisch an (Rohstoffe)

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18. November 2009. Derzeit macht ganz klar Gold die Musik. Der immer weiter steigende Preis lässt auch ETC-Anleger darauf setzen, andere Edelmetalle bleiben aber ebenfalls gesucht. Öl und Erdgas sind dabei in den Hintergrund geraten.

Gold, dessen Preis jetzt auf ein neues Rekordhoch geklettert ist, zieht Anleger weiter magisch an. Auch bei den Exchange Traded Commodities bleiben Gold-Produkte Favoriten der Investoren. Auf das gesamte Jahr gerechnet ist es bei den Investitionen in Gold-ETCs bislang zu Zuwächsen von 66 Prozent weltweit gekommen, berichtet ETF Securities. An der Börse Frankfurt waren in den vergangenen zwei Wochen Xetra-Gold (WKN AOS9GB), der Gold Bullion (AOPL78) und Physical Gold (WKN A0N62G) heiß begehrt.

Schwellenländer setzen auf Gold

Auslöser für den Höhenflug sind zum einen die Goldkäufe von Notenbanken aus Schwellenländern, zuletzt hatte Indien angekündigt, 200 Tonnen Gold vom Internationalen Währungsfonds zu kaufen. Auch China und Russland stocken ihre Reserven auf. “Die Zentralbanken werden vom Nettoverkäufer zum Nettokäufer”, erläutert Axel Herlinghausen, Rohstoffexperte der DZ Bank. Anfang dieses Jahrzehnts hatten Verkäufe der westlichen Notenbanken den Goldpreis noch unter 300 US-Dollar gedrückt.

Inflation befürchtet

Doch für den hohen Goldpreis gibt es auch andere Gründe: Viele Anleger sind der Meinung, dass die wirtschaftliche Erholung lediglich Folge der expansiven Geld- und Fiskalpolitik weltweit ist und die Inflation steigen wird. “Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Regierungen glaubhafte Pläne entwickelt haben, um die stetig ansteigenden Steuerdefizite in den Griff zu bekommen und den rasanten Anstieg an Staatsschulden zu stoppen”, erklärt Nicholas Brooks, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities.

Platin ebenfalls begehrt

All das spricht auch für andere Edelmetalle, hier gehört derzeit Platin zu den Lieblingen. Die im ETFS Physical Platinum (WKN A0N62D) investierten Mittel liegen dem Emittenten zufolge mittlerweile bei 507 Millionen US-Dollar – ein neuer Rekordstand. Florian Perini von Flow Traders berichtet außerdem von anhaltendem Interesse am ETFS Silver (WKN A0KRJ5) und dem ETFS Precious Metals (WKN A0KRKK), einem ETC auf einen Edelmetallkorb.

Palladium neben Kupfer Renditerenner

Auch Palladium findet weiter Anhänger, hier steigen die in ETCs gehaltenen Mittel in etwa parallel zum Palladiumpreis. Der hat sich in diesem Jahr schon mehr als verdoppelt. In Bezug auf die Rendite schneidet der ETFS Physical Palladium 2009 daher extrem gut ab. Mit einem Plus von 79 Prozent steht er auf den Ranglisten von ETF Securities gleich hinter dem ETFS Copper mit 103 Prozent Zuwachs und noch vor dem ETFS Zinc mit 68 Prozent.

Interesse an Erdgas-ETCs flacht sich ab

Angesichts des Goldrausches sind Öl- und Erdgas etwas in den Hintergrund geraten. ETF Securities zufolge bleibt Erdgas gefragt – im Vergleich zum Öl sind die Preise hier nämlich ziemlich niedrig. Der Mittelbestand bei beim gehebelten Leveraged Natural Gas und beim Natural Gas (WKN A0KRJ3) liege mittlerweile bei 1,1 Milliarde US-Dollar, was einem Plus von 95 Prozent innerhalb der vergangenen drei Monate entspräche. Allerdings scheint sich das Interesse etwas abzuflachen: Laut Flow Traders waren Angebot und Nachfrage hier zuletzt mehr oder weniger ausgeglichen.

Erdgasschwemme befürchtet

Es mehren sich nämlich die Zweifel an einem wieder steigenden Erdgaspreis: “In den USA gibt es einen gewaltigen Erdgasüberschuss, in der EU herrscht ebenfalls Überangebot”, erläutert Herlinghausen und verweist auf die jüngsten Äußerungen der Internationalen Energieagentur IEA. Die hält mittelfristig eine Gasschwemme für wahrscheinlich: Vor dem Hintergrund neuer Vorkommen in den USA und dem stark gewachsenen Angebot an verflüssigtem Erdgas könnten laut IEA vollkommen neue Preisverhältnisse entstehen.

Beim Ölpreis keine Fantasie mehr?

Bei Öl-ETCs sind Perini zufolge derzeit ebenfalls Zu- und Verkäufe zu verzeichnen. Seit Anfang Mai belaufen sich die Gesamtabflüsse laut ETF Securities zwar auf 865 Millionen US-Dollar, für das Gesamtjahr ergibt sich aber immer noch ein Plus von 105 Millionen. Auch bezüglich des Ölpreises zeigt sich die DZ Bank im Übrigen skeptisch: “Da ist keine Fantasie mehr drin”, urteilt Herlinghausen. Das Angebot sei zu hoch, die Nachfrage erhole sich zwar etwas, aber nicht ausreichend.

Getreide-ETCs im Aufwind

Hinter Gold und Erdgas bleiben die Agrarrohstoffe, gemessen an den Zuflüssen in den entsprechenden ETCs in diesem Jahr, die Nummer drei. Die zuletzt beobachtete rege Nachfrage nach Weizen-ETFs hat sich nun auch auf andere Getreide-Produkte ausgedehnt, wie Flow Traders erklärt. “Das ist wahrscheinlich auf die Schwäche des US-Dollar zurückzuführen”, meint Perini. Gut weggegangen sei etwa der ETFS Wheat (WKN A0KRJ9) und der ETFS Grains (WKN A0KRKF). Der letztere weist für die vergangenen drei Monate ein Plus von 6,89 Prozent auf, auf Sicht von sechs Monaten müssen Anleger aber immer noch Verluste von 10,43 Prozent hinnehmen. Der Weizenpreis hat sich nach einem tiefen Fall im vergangenen Jahr und in der ersten Jahreshälfte 2009 zuletzt wieder etwas erholt.

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© 18. November 2009/Anna-Maria Borse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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