Markttechnik: Neues Jahreshoch macht Mut
16. Dezember 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der DAX ist mit einem neuen Jahreshoch von 5.896 Punkten in die Wochenmitte gestartet. „Am Markt machen vor allem Spekulationen über eine schwächer als gedachte Regulierung des Bankensektors die Runde, was die Bankaktien nach oben treibt“, kommentiert ein Händler. Auch aus technischer Sicht scheint sich die Lage am deutschen Aktienmarkt zuletzt verbessert zu haben. Charttechniker halten eine Jahresendrally noch immer für möglich. Um die Mittagszeit notiert der DAX mit 5.873 Punkten rund 1,07 Prozent im Plus.
Chance auf Jahresendrally noch nicht vertan
SiegertNach Ansicht von Martin Siegert, Head of Technical Market Research der Landesbank Baden-Württemberg, hat sich die technische Verfassung des DAX zuletzt verbessert. Nachdem der Index im Oktober die sechsmonatige Aufwärtstrendgerade, gebrochen habe, sei das deutsche Börsenbarometer wider Erwarten von einem nachhaltigen Abwärtstrend verschont geblieben, kommentiert der Analyst. Vielmehr habe sich in den vergangenen Tagen und Wochen eine Seitwärtsbewegung etabliert, die auf der Oberseite bis in den Bereich von 5.826 bis 5.854 verlaufe. „Die Indikatoren haben das überkaufte Niveau der vergangenen Wochen deutlich abbauen können und somit die Phase einer direkt zu erwartenden Abwärtsbewegung gemildert.“ Insbesondere sollte der deutsche Aktienmarkt nach Ansicht von Siegert in der kommenden Woche von wenig Aktivität institutioneller Anleger geprägt sein und dadurch die Chance auf einen erneuten Ausbruch nach oben bekommen. „Sollte es in dieser Phase gelingen das Oktoberhoch bei 5.888 nachhaltig zu überwinden, muss mit einer Kursrallye über die Jahreswende gerechnet werden. Diese könnte den DAX dann relativ schnell in Richtung 6.000 Punkte und dann sogar in die Zone um 6.099 bis 6.134 Zähler führen“, prognostiziert der Techniker.
Auf der Unterseite sei mit Bruch der Marke von 5.606 Punkten unterdessen ein Anstieg der Verkaufsneigung sowie ein erneuter Test des Widerstands bei 5.450 Punkten zu erwarten. „Ein klarer Bruch dieser Marke lässt mittelfristig dynamische Kursbewegung und das Unterschreiten des Novembertiefs bei 5.313 Punkten befürchten.“
DAX vor Schlüsselwiederständen
SchererJörg Scherer, technischer Analyst der HSBC Trinkaus sieht aktuell die Hochpunkte zwischen 5.843 und 5.859 Zählern als Schlüsselwiderstände beim DAX an. „Dabei handelt es sich um klassische „make or break“-Marken: Wenn dieser Deckel gelu?ftet wird, ist nochmals mit einem starken Schlussspurt zu rechnen. Das bisherige Jahreshoch bei 5.889 Punkten sollte dann nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach Norden darstellen“, meint der Analyst. Im Erfolgsfall ru?cke dann das Tief vom Juli 2008 bei 5.999 Punkten auf die Agenda. „Dieses Level markiert den Auftakt zu einer markanten Widerstandszone, die sich zusätzlich aus diversen Hoch- und Tiefpunkten speist und sich bis knapp 6.200 Punkte erstreckt.“ Hoffnung auf eine positive Weichenstellung machen aus Sicht von Scherer aktuell ein frisches Kaufsignal des trendfolgenden Indikators MACD sowie die Tatsache, dass sich der DAX® gestern nachhaltig von seinem Tagestief bei 5.752 Punkten lösen und wieder oberhalb der Marke von 5.800 Punkten schließen konnte. Auf der Unterseite sollte das Aktienbarometer das Tagestief vom Dienstag für dieses positive Szenario nach Einschätzung des Technikers jedoch nicht mehr unterschreiten.
Bullen auf dem Vormarsch
Die Anlegerstimmung hat sich im Vergleich zur Vorwoche verbessert, das ergibt zumindest das Ergebnis der aktuellen Sentimenterhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren. So gewinnt das Bullenlager beim DAX 8 Prozent, wovon 3 Prozent zuvor noch short positioniert waren. Beim TecDAX sind 2 Prozent der befragten Investoren wieder Longpositionen eingegangen. Der Bull/Bear-Index für DAX-Aktien steigt damit wieder auf 68,9 Prozent an, nach 62,8 Prozent in der Vorwoche. Für den Bull/Bear-Index werden die Optimisten in Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet.
© 16. Dezember 2009 / Karoline Koch
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