Rohstoffe: Edelmetalle in jedem Depot

Goldmünzen

3. Dezember 2009. Frankfurt (Börse Frankfurt). Gold setzt täglich neue Maßstäbe und wandert von einem Allzeithoch zum nächsten. Im November legte der Preis für eine Unze Feingold um etwa 15 Prozent zu – und ein Ende des Höhenflugs ist nicht abzusehen. Investoren wollen Teil haben an am Höhenflug und investieren in physisches Gold über die verschiedenen Rohstoffinstrumente. Die Goldvorräte in Xetra-Gold (WKN A0S9GB) nahmen in den vergangenen vier Wochen um 890 Kilogramm zu.

Vor den Ereignissen um den Wüstenstaat Dubai hatten einige Investoren sich von ihren Gold-ETCs getrennt und ihre Gewinne realisiert. Doch mit der Krise kamen die Angst vor Inflation und die Sorge um die wacklige Konjunktur wieder zurück und damit auch die Nachfrage nach Gold. „Die Abflüsse waren jedoch klein verglichen mit den Zuflüssen in diesem Jahr“, schreiben die Analysten von ETF Securities in ihrer kommentierten Wochenstatistik. Es handele sich aber eher um taktische Marktteilnehmer, die ihre Gewinne aus dem ungebremsten Preisanstieg realisieren. Es gebe aber wenig Anzeichen dafür, dass strategische Investoren ihre langfristige positiv ausgerichtete Strategie ändern.

Silber – das Gold des kleinen Mannes

Ullmann

Auch Umsätze in Silber-ETCs (WKN A0N62F) haben in den vergangenen Tagen kräftig angezogen. „Gold und Silber gehen Hand in Hand“, erklärt Werner Ullmann von ERA Resources, ein Unternehmen, das auf die Beratung von Rohstoffinvestments spezialisiert ist. Der Aufwärtstrend sowohl bei Silber als auch bei Gold seien ungebrochen. Bei Silber käme zur Investmentnachfrage auch der industrielle Verbrauch zum Tragen. Für Silber, das derzeit etwa 19 US-Dollar pro Unze kostet, sehe er einen Preisanstieg auf 25 bis 30 US-Dollar aufgrund des Nachholbedarfs gegenüber Gold. „In einer Langzeitbetrachtung ist Gold durchschnittlich etwa 20 Mal teurer als Silber. Derzeit haben wir ein Verhältnis von etwa 63. Silber könnte also noch mit einer stärkeren Bewegung nachziehen.“

Für die nahe Zukunft erwartet der Rohstoffexperte jedoch eine Konsolidierung der Edelmetallpreise – allerdings auf hohem Niveau.

Platin zieht mit

Ebenso wie Gold und Silber sehen Anleger auch Platin als Inflationsschutz an. Die Zukäufe bei physischem Platin (WKN A0N62D) haben seit Jahresanfang um mehr als 92 Prozent zugenommen.

Edelmetall-Hausse

Für 2010 rechnet Ullmann weiterhin mit anziehenden Preisen. „Die Politik des „leichten“ Geldes wird mindestens bis zum dritten Quartal des nächsten Jahres anhalten, auch der Immobilien- und der Arbeitsmarkt werden sich 2010 noch nicht entspannen“, erklärt Ullmann. Dies schüre die Angst vor Inflation und führe zu anhaltend hoher Investmentnachfrage nach Gold und Silber. Selbst eine bevorstehende Zinswende stehe dieser Entwicklung nicht im Wege. „Für Gold würde sich der Wind erst drehen, wenn die Zinsen stärker steigen als die Preissteigerungsrate“, meint der Marktkenner. Außerdem würde sich ein anhaltender Abwertungswettlauf der Währungen zusätzlich stabilisierend auf Edelmetalle wirken. „Damit könnten sich auch die aktuellen Diversifikationsbemühungen der Notenbanken weg vom US-Dollar hin zu Gold im nächsten Jahr fortsetzen.“

Warm gepackt für die kalte Jahreszeit

Im Nachrichtenschatten der Edelmetall-Hausse bewegen sich Energierohstoffe – jedoch zeigen sich Investoren durchaus bereit zuzugreifen. Erdgas- und Rohöl-ETCs finden sich unter den ersten zehn Wertpapieren auf der Umsatzhitliste. Anleger setzen wie in den Sommermonaten vor allem auf Erdgas. Die Zuflüsse in Standard-ETCs (WKN A0KRJ3) und gehebelte Produkte (WKN A0V9Y3) auf diesen Energieträger haben nach Angaben von ETC Securities unter allen Rohstoff-ETCs außer Gold die höchsten Zuflüsse gesehen.

© 3. Dezember 2009/Dorothee Liebing

© Deutsche Börse AG

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