Wochenausblick: „Sauerstoffversorgung“ weiter gut

Conceptual sign of sucess in business and life23. November 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die meisten Marktteilnehmer gehen davon aus, dass es in dieser Woche an den Börsen eher ruhig zugehen wird, am Donnerstag feiern die Amerikaner nämlich Thanksgiving. „So mancher Marktteilnehmer wird sich ein verlängertes Wochenende oder sogar eine komplett freie Woche genehmigen“, meint etwa Marc-Gregor Czaja, Aktienstratege bei der LBBW. Der Traum von einer Jahresendrallye ist für ihn, wie für viele Analysten, aber noch nicht ausgeträumt. Nach einem leichten Minus von 0,4 Prozent auf 5.663 Punkte in der Vorwoche startet der DAX am Montagvormittag mit einem Plus von 1,6 Prozent in die Woche. Die Börse in Tokio ist heute wegen eines Feiertags geschlossen.

Makrodaten könnten kurzfristig dämpfen

Czaja erwartet eine relativ volatile Woche ohne große Ausschläge. Impulse würden vor allem die Makrodaten liefern, und zwar nicht unbedingt stützende. „Der Ifo-Index sowie die neuen Zahlen zur Geldmenge in der Eurozone und zum US-Häusermarkt könnten sich kurzfristig dämpfend auswirken“, meint er. Insgesamt bleibt die LBBW aber positiv, sie sieht den DAX Anfang des kommenden Jahres bei 6.000 Punkten. Dann werde das deutsche Aktienbarometer allerdings einen Seitwärtsgang einlegen, für einen weiteren Anstieg reichten die Konjunktur- und Unternehmenszahlen erstmal nicht.

Höhenflug steht nichts im Wege

Reinwand

Die Helaba hält nichts davon, aus dem zuletzt nur noch moderateren Anstieg des DAX eine bevorstehende Trendwende abzuleiten. Für Markus Reinwand entfalten Aktien die höchste Dynamik im Konjunkturtief. Die richtungsweisenden Frühindikatoren stiegen aber schon seit Monaten, auch die Wachstumsprognosen würden allerorts angehoben. Daher werde auch der Anstiegswinkel bei den Aktienkursen flacher. „Dass sich die Weltwirtschaft erholt, ist mittlerweile keine Neuigkeit mehr“, meint die Bank. Dennoch sei noch Potenzial da: Erst bei einem ifo-Index von mehr als 100 werde die Luft für Dividendentitel dünner. „Angesichts der derzeit noch guten Sauerstoffversorgung steht also einem weiteren Aufstieg nichts im Wege“, urteilt Reinwand.

Techniker erwartet Atempause

Rainer Sartoris, technischer Analyst der HSBC, erwartet für die kommenden Tage eine Atempause. „Das bisherige Jahreshoch von 5.888 Punkten wird der DAX voraussichtlich nicht erreichen“, meint er. Nach der zuletzt positiven Entwicklung zeichne sich nun ein Dynamikverlust ab. „Erst bei einem neuen Jahreshoch wird es wieder Zukäufe im großen Stil geben“, prognostiziert Sartoris.

Unternehmensdaten im Hintergrund

Von den Konjunkturdaten interessieren in den kommenden Tagen vor allem die EU-Einkaufsmanagerindizes am Montag und der ifo-Geschäftsklimaindex sowie das US-Verbrauchervertrauen am Dienstag. Nur noch einige Nachzügler berichten über das abgelaufene Quartal, etwa Hewlett Packard, Nordex, Pfleiderer und KWS Saat. Daneben werden Nachrichten um VW/Porsche die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, am Mittwoch sind Aufsichtsratssitzungen. Dabei werden weniger die Ertragszahlen als vielmehr Details zum Verschmelzungsprozess im Fokus stehen.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine

Montag, 23. November

9.30 Uhr. Deutschland: Einkaufsmanagerindex Industrie/Dienstleistungen November. Umfragen zufolge werden für die Industrie 51,7 und für die Dienstleistungen 51,2 Punkte erwartet, das wäre etwas mehr als im Vormonat (51,04 bzw. 50,73).

10.00 Uhr. EU: Einkaufsmanagerindex Industrie/Dienstleistungen November. Hier werden mehrheitlich 51,4 Punkte für die Industrie und 52,8 für die Dienstleistungen prognostiziert (Vormonat: 50,73 bzw. 52,58).

16.00 Uhr. USA. Verkäufe bestehender Häuser Oktober.

Dienstag, 24. November

10.30 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex November. Nach Ansicht der LBBW wäre es nicht überraschend, wenn die Erwartungskomponente einen Rückwärtsgang einlegt. „Das sollte nach zehn Anstiegen in Folge aber nicht überbewertet werden“, erläutert Analyst Czaja. Die Konsensschätzungen liegen bei 92,5 Punkten für das Geschäftsklima und 88 bzw. 97,2 für Geschäftlage und -erwartungen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist der wichtigste Frühindikator für Deutschland. Dazu werden vom ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München monatlich 7.000 Unternehmen zur ihrer Einschätzung der Geschäftslage heute und auf Sicht von sechs Monaten befragt.

16.00 Uhr. USA: Verbrauchervertrauen Conference Board November. Prognostiziert werden 47 Punkte nach 47,7 im Oktober. Das Verbrauchervertrauen Conference Board ist ein wichtiger US-Frühindikator. Für den monatlichen Bericht wird das Vertrauen gemessen, das einzelne Haushalte in die Leistung der Wirtschaft haben.

20.00 Uhr. USA: Protokoll Fed Sitzung vom 4. November.

Mittwoch, 25. November

14.30 Uhr. USA: Auftragseingänge langlebige Güter Oktober. Die Auftragseingänge von langlebigen Gütern könnten der Helaba zufolge im Oktober um 1 Prozent nach oben geklettert sein. Angesichts der spürbar gestiegenen Stimmung und der sich lockernden monetären Bedingungen verbessere sich auch das Investitionsklima, heißt es.

14.30 Uhr. USA: Persönliche Auslagen/Einkommen Oktober. Die DekaBank erwartet vor dem Hintergrund des letzten Arbeitsmarktberichts einen leichten Anstieg der persönlichen Einnahmen um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die deutlich höheren Einzelhandelsumsätze zeigten, dass die Konsumtätigkeit der privaten Haushalte wieder sehr kräftig gewesen sei. Hier rechnen die Experten mit einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem September, die Hälfte gehe auf die Nachfrage nach Automobilen zurück.

Donnerstag, 26. November

USA: Feiertag (Thanksgiving)

Deutschland: Verbraucherpreise November. Die Jahresveränderungsrate der deutschen Verbraucherpreise dürfte im November erstmals seit einem halben Jahr wieder im positiven Bereich liegen, mutmaßt die DekaBank. Sie prognostiziert ein Plus von 0,2 Prozent, im Monatsvergleich rechnet sie mit einem Minus von 0,3. Bemerkbar machten sich die nun langsam auslaufenden Basiseffekte bei den Rohstoffpreisen sowie die zeitverzögert schwankenden Nahrungsmittelpreise.

10.00 Uhr. EU: Geldmenge M3 im Oktober. Von den neuesten Daten zur Kreditmengenentwicklung könnten nach Ansicht der LBBW negative Impulse ausgehen. „Die Diskussion um einen Credit Crunch könnte wieder aufleben“, befürchtet Marc-Gregor Czaja.

Freitag, 27. November

11.00 Uhr. EU: Geschäfts- und Verbrauchervertrauen November.

USA: Verkürzter Handel nach Thanksgiving bis 19.00 Uhr MEZ.

Weitere Termine sowie die aktuellen Daten kurz nach ihrer Veröffentlichung finden Sie auf www.boerse-frankfurt.de/termine. Möchten Sie den Wochenausblick kostenlos per E-Mail erhalten, dann schreiben Sie einfach an redaktion@deutsche-boerse.com.

© 23. November 2009/Anna-Maria Borse

© Deutsche Börse AG

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